Prophets talk - no one listens?

Kurze Einleitung

Die Propheten des AT

Bis heute ist nicht vollkommen klar, was Sie uns eigentlich tatsächlich sagen wollten. Trotzdem wir vieles verstehen und nachvollziehen können, was damals in einer Zeitspanne von etwa 300 Jahren vorhergesagt wurde, Elia wurde etwa 874 v. Chr. berufen, Haggai, Sacharja und Maleachi um 520 v. Chr., so bleibt doch sehr viel im Dunkel und unergründlich. Heute werden wir den vierten Propheten in unserer Reihe nach Maleachi, Sacharja und Jona vornehmen:

Nahum

nimmt unter den Propheten eine ganz spezielle Sonderrolle ein. Er konnte noch zu Lebzeiten seine Prophezeiung eintreffen sehen.

Es läßt sich an zwei Textstellen festmachen, wann er wirkte: Kap. 3, ab Vers 8 beschreibt er die Zerstörung der Stadt Theben, hier No-Amon genannt. Er war offensichtlich Zeuge dieses Ereignisses. Dieses fand 663 v. Chr. statt, durch die Assyrer, deren Hauptstadt - Ninive ist, von der wir schon in Jona hörten, um die es hier eben auch nahezu ausschließlich geht. 612 v. Chr. erfüllt sich die Vorhersage Nahums: Ninive, die Uneinnehmbare, wird zerstört, ab Kap. 2, 4 beschreibt Nahum dieses Ereignis, als hätte er es tatsächlich sehen können. Nahum wirkte also ganz offensichtlich in dieser Zeit.

Hier ist interessant, zu betrachten, was es sich mit der Bedeutung seines Namens auf sich hat: Nahum heißt übersetzt "Tröster", so ist auch seine Aufgabe zu verstehen. Er bekam von Gott ein zu dem Zeitpunkt der Verkündigung unmögliches Gesicht, welches das Volk Juda tröstete. Immerhin wurde Israel durch Assyrien verschleppt (unter Hosea), Juda war tributpflichtig, der ganze Orient stöhnte unter der ungemeinen Brutalität dieses Volkes. Schon Jesaja beschreibt in 5, 26 - 29 das gnadenlose Vorgehen der Assyrer bei ihren Eroberungszügen.

Nahum stellt die Macht Gottes den Mächten der Politik gegenüber - sicher wäre es möglich, zu behaupten, daß die geschichtlichen Ereignisse so kommen mußten, allerdings nur, wenn es diese Prophezeiung nicht gäbe.

Noch 671 v. Chr. war Assyrien die beherrschende Weltmacht, Ägypten, Babylon, Tyrus, quasi der gesamte Orient standen unter ihrer Herrschaft. Aber von Babylonien ausgehend ab 626 v. Chr. überstürzen sich die Ereignisse, bis, zusammen mit der Unterstützung eines wieder freien Ägyptens und dem geeinten Medien, Ninive 612 v. Chr. fällt, bis 609 v. Chr. wird Assyrien nahezu vollständig ausgetilgt, es gibt heute von dieser einstigen Weltmacht nur noch wenige Zeugnisse - ein Zeichen dafür, welcher Haß damals an diesem Volk ausgelassen wurde, Haß, der aus den Jahren der Brutalität vorher kam. Was noch zu Zeiten der Prophezeiung Nahums undenkbar war, erfüllte sich in nur 14 Jahren!

Das ist in weltgeschichtlicher Betrachtung ein enorm kurzer Zeitraum.

Man kann hier einen Zusammenhang finden mit Jona. Jona ging nach Ninive, um sie zur Umkehr zum einen Gott zu bringen, was ihm auch gelang. Doch ebenso schnell, wie die Einwohner Ninives Buße taten, fielen sie wieder ab. Jetzt vollführt Gott seine Rache - hätte Jona noch gelebt, wäre er nicht mehr von Gott enttäuscht. Jonas Prophezeiung erfüllt sich letztlich doch, 70 Jahre nach seinem Tod.

Man könnte also sagen, daß Gott sich treu bleibt und seinen Plan, Ninive und damit die brutale Macht der Assyrer zu zerstören, doch durchführt, sobald wieder Anlaß besteht, der einmal ausgesprochenen Drohung wieder nachzugehen.
Wir sind hier Zeuge einer riesigen politischen Umwälzung - da Nahums Prophezeiungen so schnell eintrafen, wird er seinem Namen ganze Ehre gemacht haben: Das Volk Israel wurde letztlich nur durch die Ereignisse ermutigt, dem Herrn allein zu dienen und zu glauben. Mit dem Fall Assyriens kam Israel aus der Knechtschaft und wurde Juda von der Tributpflicht frei. Und Gott setzte dem unseligen Treiben, welches über viele Jahre den Orient beherrschte, knechtete, in Angst und Schrecken versetzte, ein Ende.

Was bedeutet das für uns heute?

Wenn Gott damals ein derartig gewaltiges Szenario auf den Plan rief - warum sollte er es heute nicht auch tun?
Wir warten auf ein weltumwälzendes Szenario - die Wiederkunft Jesu!

R. Otto Heydorn


© R. Otto Heydorn, 1996-2000