Was bedeutet Lukas 12, 22 - 34?

  "Macht Euch keine Sorgen..." ist sicher richtig. Er hat Euch alles gegeben und er wird es auch weiterhin tun. Und noch viel mehr. 

  Vers 31: "Sorgt Euch vor allem um das Reich Gottes (ff) verschenkt euer Geld, sammelt einen Vorrat an, der nicht alt wird"... Jesus spricht hier aber nicht davon, bedenkenlos Geld auszugeben und Schulden zu machen, denn:

  Vers 34: "Wo Eure Schätze sind, da zieht es Euch hin" Habt ihr einen negativen Schatz, sprich Schulden, zieht es Euch dahin.

  Direkt im Anschluß redet Jesus vom gewissenhaften Verwalter, Lk. 12, 41 - 47. Der gewissenhafte Diener bekommt Anerkennung und mehr Verantwortung, der, der die Anweisungen seines Herrn kannte und nicht befolgte, wurde in Stücke gehauen. 

  Darum lesen wir in Lk. 12, 58 - 59: Regele Deine Schulden, tust Du es nicht, landest Du im Gefängnis.

  Lk. 13, 6 - 9 redet davon, wie Gott neue Chance gibt. Ja, Jesus wird Euch immer wieder aufhelfen. ER ist der Gärtner, der düngt und auf den Besitzer des Weingartens, Gottvater, beschwichtigend einredet, er tritt für uns ein. Aber diese Geschichte hat auch den Aspekt der Bewährung in sich. "Aber der Gärtner meinte: ' Herr, laß ihn doch noch ein weiteres Jahr stehen. Ich will den Boden rundherum gut auflockern und düngen. Vielleicht trägt er im nächsten Jahr Früchte. Wenn nicht, dann laß ihn umhauen." Gott gibt Euch stets Gelegenheit zur Bewährung, aber irgendwann ist Schluß.

  Lk 16, 28 - 30 redet davon, wie wichtig es ist , sich vorher zu überlegen, ob die Mittel reichen, wenn man etwas anfängt. Die Verse 29 und 30 weisen auf die Zeugnisfunktion vor der Welt hin. Auf uns als Christen wird geschaut von der Welt. Von uns wird erwartet, Dinge gut zu machen, denn wir sagen, wir haben einen großartigen Ratgeber: Den Heiligen Geist. Welches Zeugnis seid ihr in der Welt?

  Lk 16, 9 - 12 geht von einem negativen Beispiel von Verschlagenheit aus und fordert uns zu ebenso großer Klugheit auf, nur im positiven Sinne. Jesus sagt im Vers 11: "Wenn ihr im Umgang mit dem leidigen Geld nicht zuverlässig seid, wir euch niemand das wirklich Wertvolle anvertrauen. Wenn ihr nicht mit dem umgehen könnt, was euch nicht gehört, wie wird Gott euch dann schenken, was er euch als Eigentum zugedacht hat?"

  Lk 16, 13 nun enthält abschließend den Hinweis auf die notwendige Entscheidung, wem man dienen woll - Gott oder dem Geld. Beides zugleich geht nicht.

  Ich denke, es ist klar geworden, was Jesus uns allen sagen will. Wir sollen uns nicht sorgen - wir bekommen alles vom Vater, was wir brauchen. Aber auf der anderen Seite warnt er uns eindringlich davor, Schulden zu machen. Um Gott zu dienen, ist es wichtig, schuldenfrei zu sein, denn sonst zwingt uns die Welt, um das Geld sich zu kümmern - und somit dem Geld zu dienen. 

  ->Die Sprüche Salomos gehen noch weiter, warnen nicht nur davor, Schulden selbst zu machen, sondern sogar vor Bürgschaften für andere, durch die man dann in das Verderben geraten kann oder zumindest in Bedrängnis geraten wird, sobald etwas nicht klappt, wie vorher geplant.

  Selbst wenn ein Schuldner die Entscheidung trifft, sich nur noch um Gottes Reich zu kümmern, die Schulden lösten sich nicht auf. Er ist nicht mehr frei in seiner Entscheidung, wem zu dienen ist.

Dazu die mir wichtigsten Sprüche:
  Der Reiche hat den Armen in seiner Gewalt; wer sich Geld leiht, wird zum Sklaven des Gläubigers. 22, 7

  Mein Gott, ich bitte Dich nur um zwei Dinge; gib sie mir solange ich lebe: Bewahre mich davor zu lügen und laß mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur, was ich zum leben brauche! Habe ich zuviel, sage ich vielleicht: 'Wozu brauche ich Gott?' Habe ich zuwenig, so fange ich vielleicht an zu stehlen und bringe Deinen Namen in Verruf." 30, 7 -9

  Soweit die leicht überarbeitete Fassung der Gedanken vom 07.03.96 , sowie der Sprüche vom "Nichtigkeits-Abend" zum Nachlesen und wieder hervorkramen.

R. Otto

© R. Otto Heydorn, 1996-2001