Absender   : Curo Heydorn @ 77:7700/710.604  (Lebensinterface, Essingen)
Betreff    : Was aus Curo wurde - Ein Zeugnis
Datum      : Mo 06.12.99, 19:12
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Ich erzaehle Euch mal eine wirklich interessante Geschichte, in christlichen
Kreisen auch Zeugnis genannt.

Wie Ihr wohl mitbekommen habt, habe ich - vorrangig in der DFUe Szene, aber
auch in anderen Bereichen meines Lebens - am 12.04.99 den Namen Curo
angenommen. In der irrigen Meinung, es hiesse: "der Geheilte".

Schnell stellte sich zu meinem Leidwesen heraus, dass es "Heiler" heisst bzw.
"ich heile", vom Spanischen ausgehend, und somit eigentlich eher eine
Verheissung, als eine Umsetzung meiner erlebten Heilung darstellt. Nun ja. Ich
dachte mir, nun ist es schon so, nun lasse ich es einfach.

Gut so.

Denn im Verlaufe des Sommers ging mir immer wieder im Kopf herum ("ich hatte
den Eindruck" auf kanaanaeisch), ich solle mir die Domain curo.de sichern, denn
bei Nachforschungen, wer sich noch so alles curo nennt, stellte ich fest, dass
es eine curo.com und curo.org, aber kein curo.de gibt. Fand ich lustig - ist ja
sowieso in Mode, eine eigene Domain zu haben. Am 12.08. war es soweit, ich
liess mir die Domain curo.de eintragen.

Gerade noch rechtzeitig.

Denn zweierlei passierte: Zum einen erhielt am 25.08. ich eine anonyme mail,
die mir nahelegte, die domain wieder freizugeben - also hatte jemand wohl
Interesse und kam zu spaet (knapp) und dann, gleichzeitig am 06.09.99
fragte eine Internetagentur im Auftrag eines Kunden, ob und unter welchen
Umstaenden ich meine Domain freigaebe und schickte mein Vermieter mir eine
Nachforderung wegen Umlage Grundsteuer in Hoehe von DM 1633 und ein paar
zerquetschte.

Ich war zuerst wie vor den Kopf geschlagen. Wegen der Nachzahlung (die
uebrigens rechtens ist) vor allen Dingen - aber auch, weil ich sah, was da
passierte: Am selben Tag meldete sich jemand bei mir, der geneigt war, von mir
meine Domain zu erwerben. Zuerst noch begriff ich das gar nicht in der Gaenze,
Claudia, meine Verlobte, brachte mich aber endgueltig darauf.

Es lag auf der Hand. Warum sollte diese Agentur nicht meine Verbindlichkeit
(die mir als Hausverwalter der Anlage, auf der ich wohne, schon laenger bekannt
war und Furcht bereitete - denn woher soll ich mal eben DM 1600 nehmen?)
bezahlen?

Ich versuchte es, begann mit einer hoeheren Forderung und liess mich in
Verhandlungen bis Oktober auf DM 1500 herunterhandeln. Es klappte also.
Inzwischen ist der Betrag auf meinem Konto, bin ich meine Verbindlichkeit
und die Domain los.

Fantastisch! Der Herr Jesus Christus ist unglaublich gross. Schritt fuer
Schritt, von April bis Oktober, fuehrte er mich zu dieser herrlichen Erhoerung
des Seufzen meines Herzens heran - denn gebetet hatte ich zu meiner Schande
nicht um diese Angelegenheit. Es war nur meine Sorge, ich koenne nicht mehr zu
meiner Verlobten fahren acht Monate lang, ich denen ich diese Verbindlichkeit
abgestottert haette.

Dies ist fuer mich zweierlei wunderbare Umsetzung seines Wortes: Zum einen eine
klare Stellung zu den Aussagen in Malechi zum Zehnten Kap. 3,10  Bringet aber
den Zehnten ganz in das Kornhaus, auf dass Speise in meinem Hause sei, und
pruefet mich doch dadurch, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht
des Himmels Fenster auftun und euch Segen in ueberreicher Fuelle herabschuetten
werde! und auch zu Jesus' Wort: Lukas 12, 29  Fraget auch ihr nicht darnach,
was ihr essen oder was ihr trinken sollt und reget euch nicht auf! 30  Denn
nach dem allem trachten die Heiden der Welt; euer Vater aber weiss, dass ihr
dessen beduerfet.

Er hat gewusst, was ich benoetigte, er hat mich in ueberreicher Fuelle
beschenkt. 1500 Mark bedeuten fuer mich - frei verfuegbar - der Lohn der Arbeit
von etwa fuenf Monaten. Mein Nettolohn abzueglich der festen Kosten, wie Miete
usw., da bleiben ungefaehr DM 300. Da sind 1500 Mark ueberreich. \o/ \o/ \o/ \o/

So hat sich eins zum anderen gegeben. Wie auch immer. Ich bin aeusserst
begeistert, in dem Zuge kommen weitere hervorragende Gedanken: es ist auch eine
Bestaetigung meiner Beziehung zu Claudia (der Herr ermoeglicht mir, weiter zu
ihr zu fahren), es ist auch eine Belohnung fuer Gehorsam ("Warum soll ich eine
Domain haben?" - war ein haeufiger Gedanke, bevor ich sie mir besorgte - "Mach
es einfach." die Antwort dazu).

Gottes Wirken so unmittelbar zu  erkennen ist auch eine enorme Bereicherung
fuer das Glaubensleben. Ich denke oft daran - immer wieder mit Erstaunen und
Entzuecken, Begeisterung und preise den Herrn darueber.

Es bleibt natuerlich die Frage: Soll ich den Namen Curo weiter tragen? Dieser
Faux-pas mit dem Namen und seiner Bedeutung hat ja nun seinen Zweck erfuellt.
Sollte ich im April nur zu diesem Behufe die Idee mit diesem Namen bekommen
haben? Wenn ja - was nun? Wieder ablegen?

Es kommt mir so vor.

Mein Glaubensvater, Kai Westermann, schlug Roddo vor:

"Rolf-Otto dankt dem Oberhirten".

 Machs gut,

Curo am 6.12.1999 um 19:10:29.


So kam es auch : jetzt signiere ich mit Roddo, wenn.

© R. Otto Heydorn, 2001